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Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

   Ich danke dir, dass du mich erhört hast;

   du bist für mich zum Retter geworden.

Der Stein, den die Bauleute verwarfen,

er ist zum Eckstein geworden.

   Das hat der Herr vollbracht,

   vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat;

wir wollen jubeln und uns an ihn freuen.

   Ach, Herr, bring doch Hilfe!

   Ach, Herr, gib doch Gelingen!

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch vom Haus des Herrn her.

Gott, der Herr, erleuchte uns.

   Mit Zweigen in den Händen

   schließt euch zusammen zum Reigen,

   bis zu den Hörnern des Altars.

Du bist mein Gott, dir will ich danken;

mein Gott, dich will ich rühmen.

   Dankt dem Herrn, denn er ist gütig,

   denn seine Huld währt ewig!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn

und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit

und in Ewigkeit. Amen.

(Psalm 118, 21-29)

Christen feiern zum Pfingstfest den Geburtstag ihrer Kirche

Das bevorstehende Pfingsten ist für Christen nicht nur ein verlängertes Wochenende: Sie feiern den Geburtstag ihrer Kirche und den Beginn der Verbreitung der christlichen Botschaft.

Im Neuen Testament der Bibel wird erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie 50 Tage nach der Auferstehung von Jesus zum jüdischen Pfingstfest (Schawuot) in Jerusalem versammelt waren. „Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen“, heißt es in der Apostelgeschichte. Die Fähigkeit der Jünger, in allen Sprachen zu sprechen und alle Sprachen zu verstehen, wird als „Pfingstwunder“ bezeichnet. Durch den Heiligen Geist handelt Gott in der Welt und teilt sich den Menschen mit. Ein bekanntes Zeichen dafür ist eine fliegende Taube, die deshalb sehr häufig auf Bildern zum Pfingstthema zu sehen ist. Der Name Pfingsten geht zurück auf das griechische Wort „pentekoste“ (der fünfzigste), weil das Fest fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Damit endet gleichzeitig die Osterzeit.

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Foto: Limmer, Pfarr- und Wallfahrtskirche Feichten/Alz

Nun bitten wir den Heiligen Geist

Ein Kirchenlied, deren erste Strophe aus dem 13. Jahrhundert stammt. Martin Luther dichtete drei weitere Strophen, die 1524 erstmals erschienen.

Das Lied hat im Evangelischen Gesangbuch die Nummer 124. Im katholischen Gotteslob wird dagegen als GL 348 die erste Strophe durch drei Strophen von Maria Luise Thurmair und eine von Michael Vehe (1537) fortgeführt. Das Lied inspirierte Vokal- und Orgelmusik von der Renaissance bis zur Moderne. 

Die erste Strophe findet sich im 13. Jahrhundert, der Franziskaner Berthold von Regensburg († 1272) zitierte es in einer Predigt.

Nû biten wir den heiligen geist
umbe den rechten glouben allermeist,
daz er uns behüete an unsrem ende,
sô wir heim suln varn ûz disem ellende.
Kyrieleis.

Es ist ein Gebet an den Heiligen Geist, das an die lateinische Sequenz Veni Sancte Spiritus erinnert. Das vordringliche Anliegen ist der rechte Glaube, der Ausgangspunkt ist die erwünschte Heimfahrt aus der Fremde des Lebens. In der Sprache der Zeit bedeutete „ellende“ Exil und wurde auf der zweiten Silbe betont, gereimt mit „Ende“.

Luther dichtete das Lied weiter in drei Strophen, die den Heiligen Geist ansprechen als „Du wertes Licht“, „Du süße Lieb“ und „Du höchster Tröster“. Das Lied ist eine Leise, jede Strophe wird durch Kyrieleis beendet. Die drei hinzugefügten Strophen können in Verbindung gebracht werden mit der Idee des Apostels Paulus von Glaube, Liebe, Hoffnung aus dem 1. Brief an die Korinther. 

Die Melodie wurde aus der Melodie der Sequenz abgeleitet und erschien zuerst um 1420 in der südböhmischen Ortschaft Jistebnitz. Sie ist pentatonisch, besteht also nur aus fünf verschiedenen Tönen mit Ausnahme der Schlusswendung. Luthers Fassung erschien 1524 in Wittenberg, fünfstimmig gesetzt von Johann Walter, der mit Luther zusammenarbeitete.

(mehr bei Wikipedia)

 

Nun bitten wir den Heiligen Geist
um den rechten Glauben allermeist,
daß Er uns behüte an unserm Ende,
wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende.
Kyrieleis.

Du wertes Licht, gib uns deinen Schein,
lehr uns Jesum Christ kennen allein,
daß wir an Ihm bleiben, dem treuen Heiland,
der uns bracht hat zum rechten Vaterland.
Kyrieleis.

Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst,
laß uns empfinden der Liebe Brunst,
daß wir uns von Herzen einander lieben
und im Frieden auf einem Sinn bleiben.
Kyrieleis.

Du höchster Tröster in aller Not,
hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod,
daß in uns die Sinne nicht gar verzagen,
wenn der Feind wird das Leben verklagen.
Kyrieleis.