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ZwischenZeit

Andacht

 

•Kerze anzünden

 

In der OsterZeit.

In dieser OsterZeit, die so voll ist von erwachendem Leben. Die voll ist von Wärme und Licht. Die voll ist von Sonnenschein und Vogelgesang und auch von Ungewissheiten. In dieser OsterZeit, die voll ist von Auferstehung. In dieser OsterZeit zünden wir eine Kerze an. Wir lassen sie ihr Licht entfalten und ihre Flamme größer werden. Ihr Licht steht dafür, dass wir in dieser Zeit nicht allein sind. Gott ist bei uns. Der Dreieinige. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

 

• Stille

 

• zu Psalm 150

 

Wenn ihr euren Gott loben wollt,

vergesst nicht, was er euch schenkte!

Wenn ihr ihm danken wollt,

denkt an sein Geleit

Dann klingen eure Lieder fröhlicher,

und eure Orgeln beginnen zu jubeln

in anderen Registern,

in den ungeahnten Stimmen der Erlösten.

Dann genügen euch die Posaunen nicht,

ihr benötigt noch Pauken!

Dann sind Geigen zu zahm

und Flöten gerade noch zart genug.

Vergesst die Triangel nicht,

die Triangel für die hellen Tupfen!

Vergesst nicht, was er euch schenkte,

wenn ihr euren Gott loben wollt.

 

(nach Gottfried Schille, Die dich rühmen, Hannover 2005.)

 

 

• Gebet

 

Gott, heute kommen wir wieder zu dir. In einer Zeit, die nach Frühling, nach Wärme und neuem Leben duftet. In einer Zeit, die von Auferstehung erzählt. Wir kommen vor dich und du siehst in unsere Herzen – du weißt, wie unsere Herzen von freudigen Ostererinnerungen erzählen und wie sie sich gleichzeitig wünschen, diese Zeit anders feiern zu können. Wie diese Herzen zerknirscht und müde sind und sich Aufgehobensein und Aufatmen wünschen. Deswegen bitten wir dich von ganzem Herzen: Schenke uns in diesem Jahr eine wahre Auferstehung. Eine Auferstehung von Wut und Resignation, Zerknirschtheit und Müdigkeit hin zu neuem Leben. Leben, das nur du schenken kannst. Amen.

 

• Lied: In der Welt habt ihr Angst

 

1. In der Welt habt ihr Angst, in der Welt habt ihr Angst,

2. aber seid getrost, aber seid getrost:

3. ich habe die Welt überwunden.

4. Schluss: Christ ist erstanden!

 

(Text: Joh 16,33. Musik: Friedemann Gottschick 1982)

 

OsterZeit Was zuvor geschah:

„Am Tag nachdem Jesus gestorben war, kamen die obersten Priester und die Pharisäer miteinander zu Pilatus und sagten: »Herr, uns ist eingefallen, dass dieser Verführer einmal behauptet hat: ›Drei Tage nach meinem Tod werde ich von den Toten auferstehen!‹ Lass darum das Grab bis zum dritten Tag bewachen, sonst stehlen seine Jünger noch den Leichnam und erzählen jedem, Jesus sei von den Toten auferstanden. Das aber wäre ein noch größerer Betrug.« »Ich will euch eine Wache geben«, antwortete Pilatus. »Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt!« Da versiegelten sie den Stein, der den Eingang des Grabes verschloss, und stellten Wachposten auf.“ (Matthäusevangelium Kapitel 27, Verse 57-66)

 

In der OsterZeit…

Naja, nicht ganz in der OsterZeit, sondern noch ein bisschen davor. In einer Zeit, in der niemand mehr weiß, was geht und was nicht. In einer Zeit, in der niemand mehr weiß, wie die Zeit an Ostern und um Ostern herum nun tatsächlich aussehen wird. In einer Zeit, in der niemand mehr weiß, wie wir in unseren Kirchen und Gemeinden Ostern feiern können – ob wir gemeinsam am Ostersonntag Gottesdienste feiern können... In dieser Zeit stehe ich am Fenster meines Arbeitszimmers. Mein Laptop steht auf meinem Pult vor mir, ich schreibe die Zeilen, die Sie gerade lesen oder hören und ich schaue immer wieder versonnen in den strahlend-kaiserlich-blauen Himmel. Ich frage mich, was ich überhaupt noch sagen kann angesichts dessen, dass niemand mehr irgendwas weiß. Was soll ich von Freude und Schönheit und Hoffnung erzählen, wo diese Gedanken in dieser Zeit doch so schwer fassbar sind? Und da, genau in dieser Zeit, reißt mich der Bundesinnenminister aus meinen betrüblichen Gedanken. Weil er sich wirklich weit aus dem Fenster lehnt – nicht aus dem, an dem ich gerade stehe, sondern aus seinem eigenen. 6Er lehnt sich weit aus dem Fenster, wenn er die Parteien, denen er selbst nahe steht, wegen der angesagten und wieder aufgehobenen Osterruhe anklagt. Er sagt, dass es Parteien, die den Buchstaben C im Namen tragen doch nicht ernst meinen können, die Kirchen zu bitten, auf Gottesdienste zu Ostern zu verzichten. Da lehnt sich der Bundesinnenminister weit aus dem Fenster und fällt vornüber. Ob der Bund und die Länder die Kirchen bitten können, Vorsicht walten zu lassen? Ja, können Sie. Sie können darum bitten, das die Kirchen Acht geben und Nächstenliebe nicht nur predigen, sondern sie leben. Die Parteien und die Regierung darf das bitten. Genau, wie eine Partei mit einem C im Namen sich auch dafür einsetzen könnte, Menschen, die um Hilfe ersuchen, nicht vor den Außengrenzen Europas sterben zu lassen. Genau, wie eine Partei mit C im Namen sich dafür einsetzen könnte, Korruption aufzudecken und zu ahnden. Genau, wie eine Partei mit C im Namen sich für das einsetzen sollte, wofür sich Jesus, der Christus eingesetzt hat – wofür sich der eingesetzt hat, der das C noch zurecht im Namen trug und trägt: Gottesliebe und Nächstenliebe. Diese ZwischenZeit zu Ostern ist kein politischer Beitrag. Soll es nicht sein. Aber tatsächlich hat mich diese Äußerung des Bundesinnenministers aus meinen Gedanken geholt und mich nochmal neu erfahren lassen, was Ostern wirklich bedeutet. 7Und wenn ich könnte, würde ich ihm und allen zurufen: Ey! Mach die Augen auf! Schau dir doch mal an, wofür Ostern wirklich steht! Es geht nicht darum, wie voll oder leer unsere Kirchen sind. Natürlich vermisse ich auch die bunten, vollen und festlich geschmückten Kirchen mit phantastischer Musik. Natürlich vermisse ich das große Feiern unserer wunderbaren christlichen Feste. Natürlich vermisse ich es, zu diesen Festen meine Familie und meine Freunde zu besuchen. Und natürlich bin ich selber müde und zerknirscht, schließlich ist es schon die zweite Auferstehung in irgendeinem Lockdown nacheinander. Natürlich macht mich das auch betroffen und traurig. Aber Ey! Mach die Augen auf! Schau dir doch mal an, wofür Ostern wirklich steht. Es geht um den einen, der uns, mich und dich und alle, so sehr geliebt hat, dass er für uns unschuldig in den Tod gegangen ist. Für das, was wir in unserem Leben schon verbockt haben – und ich weiß von mir, dass das gar nicht wenig ist. Es geht um den Sohn Gottes, der den Tod besiegt hat. Der tot war und auferstanden ist. Und was das Bild für dieses Osterfest ist? Das leere Grab. Der Ort der Auferstehung ist genauso leer, wie es wahrscheinlich viele unserer wunderbaren Kirchen zu Ostern sein werden. Aber welche Rolle spielt das? Denn die eine Gewissheit, die ist fest in meinem Herzen. Sie ist dort und sie bleibt dort. Ob unsere Kirchen voll oder leer sind – das Grab, in dem er lag, ist trotzdem leer. 89 „Als der Sabbat vorüber war, gingen Maria aus Magdala und die andere Maria frühmorgens hinaus an das Grab. Es war Sonntag, der erste Tag der neuen Woche, und der Morgen begann gerade erst zu dämmern. Plötzlich fing die Erde an zu beben. Ein Engel des Herrn war vom Himmel herabgekommen, hatte den Stein vor dem Grab beiseitegewälzt und sich daraufgesetzt. Er leuchtete hell wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Der Engel wandte sich an die Frauen: »Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden! Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. Dann beeilt euch, geht zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er wird euch nach Galiläa vorausgehen, und dort werdet ihr ihn sehen. Diese Botschaft soll ich euch ausrichten.«“ (Matthäusevangelium Kapitel 28, Verse 1-7)

 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Amen

 

• Lied: Seid nicht bekümmert

 

Refrain: Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert,

              denn die Freude am Herrn ist eure Stärke!

              Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert,

              denn die Freude am Herrn ist eure Kraft!

 

1. Jesus, der auferstandene Herr, ist in eurer Mitte.

Jesus der auferstandene Herr, er ist unter euch.

 

              Refrain

 

2. Jesus, der auferstandene Herr, führt euch seine Wege.

Jesus, der auferstandene Herr, geht euch stets voran.

 

              Refrain

 

3. Jesus, der auferstandene Herr, sendet seine Engel.

Jesus, der auferstandene Herr, kämpft und siegt in euch.

 

(Text [nach Neh 8,10b] und Musik: Kommunität Gnadenthal 1985)

 

• Gebet und Vater-Unser

Wir beten:

Gott, zum zweiten Mal in Folge können wir Ostern nicht feiern, wie wir es gern täten. Es fehlen die Chöre und Posaunenchöre und die Geigen, die von den Emporen und Kirchendächern schallend deine Auferstehung verkünden. Aber wir suchen dich und wir brauchen dich in dieser Zeit. Deswegen bitten wir dich an diesem Osterfest:

Sei du bei uns. Mache uns gewiss, dass du da bist. Schenke uns die Gewissheit, die deine Auferstehung brachte: Der Tod ist besiegt. Neues Leben. Leben in deiner Liebe. Der Herr ist auferstanden.

- Stille -

Wir denken an diesen Ostertagen an die, die helfen. Die, die im Kleinen, wie im Großen helfen. Sie alle sind großartig und so nötig in dieser Gesellschaft und in dieser Zeit. Segne sie. Stärke sie. Sei ihnen ein starker Arm, der sie hält und trägt. Unterstütze sie mit deinem Segen. Dem Segen des Auferstandenen.

- Stille -

Wir denken an diesen Ostertagen an die, die krank sind oder leiden. Wie und warum auch immer. Wir bitten dich, gib diesen Menschen deine Liebe, deinen Osterfunken ins Herz.Zeige ihnen, dass du bei ihnen bist. Mit dem Segen des Auferstandenen.

- Stille -

Wir denken an diesen Ostertagen an die Menschen, die uns am Herzen liegen. Die nahen und die Fernen. Ob wir sie um uns haben können oder nicht. Wir bitten dich, unser guter Gott, segne uns und sie in nah und fern. Mit dem Segen des Auferstandenen.

- Stille -

Gott, wir sind deine Menschen und du bist unser Gott. Wir sind miteinander verbunden an diesen Ostertagen.

Und wir beten mit den Worten, die verbinden:

 

Vater unser im Himmel,

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und

die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

•Segen

 

Der Herr segne uns und er behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.    Amen

 

• Stille

 

• Kerze auspusten

 

 

Kinderseite Spiel, Spaß und Ideen für diese OsterZeit?

Auch mit Schokolade? Das mit der Schokolade kriegen wir auf dem Weg nicht hin. Aber so ein kleines bisschen was können wir trotzdem machen. Eine kleine Idee zum Basteln oder Ausprobieren für den Sonntag oder für unter der Woche. Die Idee finden Sie nach diesem kurzen Text. Wir wissen, dass gerade auch jetzt der Alltag Familien, Väter und Mütter und auch Kinder vor neue Herausforderungen stellt. Das hier kann da nur eine ganz kleine Anregung sein, eine ganz kleine Hilfe. Leider sogar ohne Schokolade. Aber es ist etwas. Und ich finde es wichtig, unseren Kindern in dieser Zeit etwas weiterzugeben. Und es gibt etwas, was jeder weitergeben kann: Einen Segen. Es ist ein Segen, den Eltern ihren Kindern weitergeben können. Wenn Sie möchten, legen Sie ihren Kindern die Hände auf den Kopf und sprechen Ihnen den Segen zu

 

„Jesus Christus hat dich von Herzen lieb. Er segne dich und er behüte dich. Amen“

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Musik/ Technik: Norman Hausmann

Illustration/ Satz: Susann Wilhelm